Es wird viel über Maßnahmen gesprochen, um den übertriebenen Konsum und die geradezu obszöne Verschwendung zu bremsen, die den heutigen Lebensstil kennzeichnen. Hier seien Einschränkungen notwendig, heißt es zu Recht. Übersehen wird aber meist der stärkste Hebel der Veränderung: eine innere Justierung. Wird das Leben in seinen Kernbereichen neu geordnet, in seinen zentralen Dimensionen gestärkt, wird sich der gröbste Unfug von selbst erledigen.
Denn: Was auch immer der Einzelne für zentral halten mag, die Beziehung zu anderen Menschen, einen wohlgeordneten Alltag oder das Experiment des Lebens, einen abgeklärten Geist oder innere Ausnahmezustände, wie sie in der Natur, in der Liebe, in der Musik erlebt werden können – immer hat es nichts oder fast nichts mit materiellen Fragen zu tun. Man könnte geradezu die Regel aufstellen: je wesenhafter, desto immaterieller. Nur wenn die inneren Ressourcen brach liegen, müssen die äußeren Ressourcen herhalten. Was die Welt zerstört, sind die Ersatzprogramme, mit denen wir um eine beinah unbekannte Mitte zirkulieren. Je mehr wir rasen, desto weiter werden wir weggetragen. Mit einigen ruhigen Schritten wäre dagegen manches erreichbar.
So knapp formuliert, wie es umfassend “wahr” ist. Was jeder selbst herausfinden mag, indem er diese Sätze bedenkt, wiegt, verinnerlicht und damit lebt. Glücklich und zufrieden – und vor allem unabhängig von allen künstlichen Bedürfnissen, der Welt wirklich zugewandt.
Danke!