Neben dem Müll-Container eine Ratte. Mit hastigen Bewegungen zupft sie an einer Tüte. Treten Menschen auf, huscht sie ins Gebüsch.
So ist die Welt: Der Mensch macht sich breit, wie es ihm gefällt, niemand hat Verständnis für die Ratte. Nicht einmal die Reste soll sie bekommen. Man kann sagen: Die muss sich eben in der Evolution noch hocharbeiten, dann kann sie auch eines Tages stolz mit dem Müllbeutel in der Hand zum Container gehen. Aber sollten nicht alle Wesen, gleich wo sie stehen, gewisse Rechte haben?
In Indien gibt es einen Tempel, in dem man Ratten als heilige Tiere betrachtet und ihnen die herrlichsten Speisen hinstellt. Entsprechend gut vermehren sie sich und sind ohne alle Scheu. Dort müssen die Menschen zurückstecken und mit größter Vorsicht zwischen ihnen hindurchgehen. Ich will das nicht als Weltmodell empfehlen, aber vielleicht werden wir es, wenn wir selbst noch ein Stück in der Evolution vorankommen, nicht mehr ganz so grotesk finden.