Das zieht mich gar nicht runter

Das Konzert eines kleinen russischen Ensembles in einem deutschen Urlaubsort. Zunächst nur eine Frauenstimme, alter orthodoxer Kirchengesang. Dann, teils mit Klavier und Violine, einige geistliche Lieder. „Abendgebet“, heißt eines, „Ach du, meine schuldige Seele“ ein anderes. Ziemlich mutig, denke ich, darauf haben die Leute hier womöglich nicht gewartet. Schließlich wird es heiterer, einige Romanzen, charmant und witzig – und doch auch sie noch voller Wehmut. Es geht um zerbrochene Lieben, um das ferne Glück, „die guten Tage, sie kommen nicht wieder“.

Hat man in Russland, frage ich mich, noch gar nicht mitbekommen, dass man das Publikum heutzutage nicht niederdrücken, sondern unterhalten soll? Ist man dort noch gar nicht vom positiven Denken angesteckt? – Wir gehen berührt und erhoben.

Im Internet kommentiert jemand in ähnlichem Zusammenhang, „Now you know that two-thirds of the human soul lives in Russia“.

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