Entwicklungswesen

In einem Wesen, das sich entwickeln kann, somit auch im Menschen, gibt es zwei Grundmöglichkeiten. Die eine ist, dass ein bestimmter Entwicklungsstand, eine bestimmte innere Disposition, ausgelebt wird und Ausdruck findet. Die andere ist, dass die Disposition selbst sich ändert.
Im Grunde geschieht immer beides zugleich. In der Regel aber hat das Erste ein deutliches Übergewicht. Es ist das Leichtere und ist in seinen Wirkungen deutlicher sichtbar. Das Zweite ist ein stiller, unscheinbarer Prozess, letztlich aber von der größeren Tragweite. Hier wird manches angelegt, das erst viel später Früchte tragen wird.

11 Kommentare zu „Entwicklungswesen“

  1. Andreas Lichte sagt:

    @ R.

    „Die Worten haben keinen Bedeutung

    (das Wort ‘Hund’ z.B. hat noch nie jemanden gebissen …)“

    https://www.schiebener.net/wordpress/was-war-zuerst-der-begriff-oder-der-hund-und-was-macht-der-begriff-wenn-man-ihn-von-der-leine-laesst/

  2. R. sagt:

    Ich versteh den Unterschied nicht ganz: Eine innere Disposition, die sich „nur“ auslebt, war ja vorher anders und wird auch später verändert sein, sonst kann man nicht von Entwicklung sprechen. Oder ist das gerade das, was du meinst? Wie wär´s mit nem Beispiel?
    LG

    • Wolfgang Müller sagt:

      Es ist genau so, wie Du sagst: Bei einer inneren Disposition, die sich „nur“ auslebt, kann man nicht von Entwicklung sprechen. Vielleicht war das nicht klar genug formuliert: Es gibt eben auch Entwicklungswesen, die sich gerade mal NICHT entwickeln. – Das Beispiel bin ich. Renne die meiste Zeit durch die Welt und tue so, wie ich halt bin, dies und das. Da wird manches getan, aber von Entwicklung kann man kaum sprechen. Die hat tiefere und stillere Schauplätze. Und ich bin wohl nicht der einzige. Entwicklungsarme Aktivität – das ist doch, was die Welt beherrscht. Mir fällt der Buchtitel „Rasender Stillstand“ ein.
      Genau genommen müsste man aber wohl fortsetzen: So sehr die Dinge getrennt sind, so sehr muss man sie doch zusammendenken oder, besser, zusammenleben. Sich IN der Aktivität entwickeln, das wär das Ziel.

      • R. sagt:

        Ja, und unserer Entwicklungsarmut steht eine Zivilisation gegenüber, die sich rasant in eine katastrophal ungute Richtung bewegt, (vielleicht kann man da nicht von Entwickeln sprechen) – macht mir manchmal extrem Sorge.

        • Rainer Herzog sagt:

          „Es gibt eben auch Entwicklungswesen, die sich gerade mal NICHT entwickeln“

          Ich würde das etwas optimistischer sehen: Man kann sich auch „entwickeln“ ohne dass man das bewusst „macht“ oder auch nur als Entwicklung erkennt. Jede Krise, die man bewältigt, aus der man gestärkt hervorgeht; eine jahrelanger Streit, den man beilegt, das Rauchen, mit dem man aufhört… das ist auch „Entwicklung“.

      • Rainer Herzog sagt:

        @ Wolfgang
        Der Blogbetreiber vom Egoistenblog (M.Eggert) hatte A.Lichte mehrmals blockieren müssen, weil es allzu offensichtlich war, dass AL nur provozieren „herumstänkern“ kann/will. Vielleicht eine Option auch für diesen Blog…?

        • Andreas Lichte sagt:

          Rainer Herzog entpuppt sich auch noch als „großer Geschichten-Erfinder“ …

          das letzte Mal Kontakt zu Michael Eggert hatte ich, als ich ihn aufklärte, dass ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr auf dem „Egoisten-Blog“ kommentiere, und er es unterlassen soll, mir fälschlich Kommentare zuzuschreiben (meine Korrespondenz mit Eggert schicke ich Wolfgang Müller als mail)

          Ob ich hier „nur provozieren“ will, kann jeder selber überprüfen, wenn er die Diskussion liest, die ich mit Wolfgang Müller geführt habe – mein an Wolfgang Müller gerichteter Kommentar: http://www.raetsels-bewohner.de/2018/01/08/anthroposophie-11-wahrhaft/#comment-19097

          • Wolfgang Müller sagt:

            Blockieren möchte ich im Moment niemanden. Lasst uns einfach vernünftig miteinander umgehen. Das heißt über die Themen diskutieren, gerne auch scharf, aber mit möglichst knappen, sachbezogenen Beiträgen. Diese Bandwurm-Kommentare, die wir hier produzieren, will doch kein Mensch lesen…

          • Werner Friedl sagt:

            Haben Sie denn schon mal das Rauchen aufgehört (als ehemals starker Raucher)? Dann wüssten Sie, was Entwicklung (auch) ist.

          • Rainer Herzog sagt:

            Eine sowohl körperliche als auch psychische Sucht willentlich und dauerhaft zu beenden, ist sogar eine nicht geringe Entwicklung, auch wenn die Betroffenen das Ganze nicht als solche benennen würden.

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