An der Bahnsteigkante

Der Zug läuft langsam in den Bahnhof ein. Diese Kraft und Ruhe der Bewegung! Ganz anders als die Leichtgewichte U-Bahn oder Straßenbahn. Gemächlich schiebt er sich an der Bahnsteigkante entlang, in einer Art schmutzigen Majestät. Aber die wenigsten sehen das. Die meisten schauen nur zur Uhr, ob er zu spät ist.

2 Kommentare zu „An der Bahnsteigkante“

  1. Fritz Feder sagt:

    Vorschlag: Im Kontext des Beitrags oben und als Kontrast vielleicht mal A. Honeggers Pacific 231 hören und/oder das nahstehende Gedicht von mir lesen:

    Stadtwinterstunden

    Allüberall sind treffliche Uhren.
    Die Zeit zieht uns davon.
    In den schrillen Städten,
    zwischen Geräten und Tand,
    kreischen Stimmen eilig
    in ein scheinbares Nichts,
    kein Echo vernehmbar.
    Vor flattrigen Schädeln
    dunstet es, wir laufen herum
    in Zonen. Es arrangieren sich,
    Aufprall eben noch vermeidend,
    Mäntel, Schirme, teure Stiefel.
    Ich hole mein Gewehr und
    schieße eine Uhr herunter.
    Ihr fettes Grinsen erstarrt.

    Beste Grüße

    Fritz Feder

    • Rainer Herzog sagt:

      Man kann übrigens den obigen Titel „An der Bahnsteigkante“ innerlich musikalisch lesen – mit der Melodie von „An der Nordseeküste“ (!)

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